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Startseite News & Termine Creditreform News Online-Archiv Archiv 2007 Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand

Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frühjahr 2007

Der Mittelstand zeigt sich vom Aufschwung beflügelt

Wien, 03.05.2007

Die KMU in Österreich beurteilen sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Perspektiven für die kommenden sechs Monate deutlich positiver als noch vor einem Jahr. Auch die Investitionsbereitschaft konnte noch einmal zulegen, das Zahlungsverhalten der Kunden des Mittelstandes hat sich allerdings nicht gravierend verbessert.

69,0 Prozent der Befragten geben der aktuellen Geschäftslage ihres Unternehmens die Noten sehr gut und gut. Das entspricht einem Anstieg von 18,1 Prozentpunkten im Jahresverlauf. Mit mangelhaft oder ungenügend votieren heuer nur noch 5,0 Prozent der Betriebe, im Frühjahr 2006 waren es noch 7,7 Prozent. Der Saldo aus gestiegenen und rückläufigen Umsätzen steigt aktuell auf 24,6 Prozent, nachdem er im vergangenen Frühjahr bei 5,5 Prozent gelegen hatte.

Mittelstand stellt ein

Auch die Personalsituation im Mittelstand zeigt deutliche Verbesserungen: 30,9 Prozent konnten im vergangenen Jahr ihre Personaldecke vergrößern (Vorjahr: 21,0 Prozent) und nur noch 16,6 Prozent sahen sich gezwungen, Mitarbeiter freizusetzen. Im letzten Frühjahr waren es noch 25,1 Prozent. 30,5 Prozent der Befragten verweisen auf gestiegene Umsätze (Vorjahr: 21,1 Prozent), und 22,7 Prozent hatten Umsatzeinbußen hinzunehmen – das entspricht einem Rückgang von 9,8 Prozentpunkten im Jahresvergleich.

Die Umsatzaussichten sind dagegen von großer Zuversicht geprägt: Mehr als die Hälfte aller KMU (55,5 Prozent; Vorjahr: 42,2 Prozent) setzen auf Umsatzsteigerungen, und nur 6,4 Prozent befürchten rückläufige Umsätze; 3,1 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2006.

Auch die Arbeitsmarktimpulse werden weiter zunehmen: Ein gutes Drittel will seinen Personalbestand innerhalb der kommenden sechs Monate vergrößern (36,4 Prozent; Vorjahr: 22,9 Prozent), und nur noch 5,6 Prozent sehen sich gezwungen, sich von Mitarbeitern zu trennen. Im vergangenen Jahr waren es noch mehr als doppelt so viele (11,6 Prozent).

Handel mit traumhaften Perspektiven

Bei den Ertragsaussichten zeigen sich alle Branchen optimistischer als noch vor einem Jahr. Ganz vorne liegt der Handel; 50,7 Prozent der Unternehmen dieser Branche erwarten steigende Gewinne (Vorjahr: 37,9 Prozent) und nur noch jeder zehnte Handelsbetrieb befürchtet Ertragsrückgänge (10,5 Prozent; Vorjahr: 18,2 Prozent). Insgesamt steigt der Saldo der Ertragserwartungen im Jahresverlauf von 13,4 auf 32,0 Prozent.

Die Investitionsbereitschaft hat im Jahresverlauf um 4,8 Prozentpunkte auf jetzt 61,4 Prozent investitionsbereite Unternehmen zugelegt. Erfreulich ist insbesondere, dass die Erweiterungsinvestitionen deutlich zugenommen haben. Aktuell möchten 57,0 Prozent in Erweiterungen investieren – vor einem Jahr waren es noch 47,5 Prozent. Ersatzinvestitionen planen 57,8 Prozent (Vorjahr: 53,3 Prozent) und 34,8 Prozent wollen rationalisieren (Vorjahr: 31,8 Prozent).

Keine Verbesserungen im Zahlungsverhalten

Auf das Zahlungsverhalten haben die guten Konjunkturaussichten noch keine durchschlagenden Auswirkungen gehabt. 58,4 Prozent (Vorjahr: 54,5 Prozent) der mittelständischen Unternehmen werden von ihren Kunden fristgerecht innerhalb von 30 Tagen bezahlt, und 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent) warten länger als 90 Tage auf den Zahlungseingang. Dagegen hat die Zahl der hohen Forderungsverluste von mehr als einem Prozent im Verhältnis zu Umsatz um 0,7 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent abgenommen. Immer noch haben aber lediglich 14,9 Prozent (Vorjahr: 18,1 Prozent) der Unternehmen im vergangenen Jahr überhaupt keine Verluste erlitten.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen für das erste Quartal 2007 ist kürzlich veröffentlicht worden: Insgesamt 1.754 Unternehmen mussten innerhalb der ersten drei Monate des laufenden Jahres den Gang zum Insolvenzgericht antreten – das entspricht einer leichten Abnahme von 1,3 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Die Privatinsolvenzen hingegen legen weiter deutlich zu: Im ersten Quartal 2007 waren 2.137 Anträge zu zählen, was einem Anstieg von 10,9 Prozent entspricht.

Eigenkapitalausstattung steigt

Die Eigenkapitalquoten haben sich positiv entwickelt: Aktuell verfügen 33,0 Prozent der KMU über eine solide Eigenkapitaldecke von mehr als 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme (Vorjahr: 27,7 Prozent), und nur noch 25,2 Prozent (Vorjahr: 32,8 Prozent) sind mit weniger als zehn Prozent Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme unterkapitalisiert.

Nach den möglichen Maßnahmen gefragt, die Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich stärken würden, sind sich die Mittelständler wie auch schon im vergangenen Jahr einig: 80,3 Prozent halten eine Senkung der Lohnnebenkosten für sehr wichtig, um international bestehen zu können. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Verbesserung der steuerlichen Förderung der Eigenkapitalbildung mit 66,6 Prozent und die Wiedereinführung von Investitionsbegünstigungen mit 64,9 Prozent.

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