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18.04.2006: ZEW-IDI
ZEW-IDI: Positive Beschäftigungseffekte trotz gedämpfter Konjunkturentwicklung
Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Verbandes der Vereine Creditreform und des ZEW im Wirtschaftszweig "Dienstleister der Informationsgesellschaft"
Neuss / Mannheim, 18.04.2006
Der ZEW-IDI, Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft, ist zwar im
ersten Quartal 2006 um 7,4 Punkte auf nun 63,3 Punkte gesunken. Der hohe Indikatorwert drückt aber trotz dieses
Rückgangs eine optimistische Stimmung aus. Vor allem die Zukunftsaussichten beurteilen die Unternehmen des
Wirtschaftszweigs weiterhin positiv. Dies zeigt sich insbesondere auch auf dem Arbeitsmarkt.
Das zweite Quartal in Folge überwiegt der Anteil der Unternehmen, die Personal eingestellt haben, den Anteil der
Unternehmen, die Personal entlassen haben. Dieser Saldo ist im ersten Quartal 2006 um mehr als drei Punkte im Vergleich
zum Vorquartal gestiegen und erreicht einen Wert von etwa zehn Punkten. Erstmals seit 2002 ist dieser Saldo der
Beschäftigungsentwicklung auch bei den ostdeutschen Dienstleistern der Informationsgesellschaft positiv.
Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für
Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im
März 2006 durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich rund 1.000 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister
der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern
(Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und
wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung,
Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).
Für den Rückgang des ZEW-IDI ist die Abnahme des Teilindikators verantwortlich, der die Geschäftslage der
Unternehmen im ersten Quartal 2006, verglichen mit der Lage im Schlussquartal 2005, wiedergibt. Er ist im ersten
Quartal 2006 von 70,7 auf 54,4 Punkte gefallen. Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs waren im ersten Quartal 2006
weder mit der Umsatzentwicklung noch mit der Nachfrageentwicklung so zufrieden wie im vierten Quartal 2005. Allerdings
hatte die Beurteilung der Geschäftslage im Schlussquartal 2005 auch ein historisches Hoch erreicht, welches nur durch
eine außergewöhnlich gute Geschäftslage hätte übertroffen werden können. Der Teilindikator für die Beurteilung der
Geschäftserwartungen ist im ersten Quartal 2006 um 3,1 Punkte auf einen Wert von 73,8 Punkten gestiegen.
Diese optimistische Beurteilung der Zukunftsperspektiven im Wirtschaftszweig Dienstleister der
Informationsgesellschaft wird gestützt durch die positive Beschäftigungsentwicklung in der Mehrzahl der befragten
Branchen. Besonders ausgeprägt ist dies bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. In dieser Branche geben 60
Prozent der Unternehmen an, dass die Anzahl ihrer Beschäftigten im ersten Quartal 2006 gestiegen ist. Bei den
technischen Beratern und Planern liegt dieser Anteil bei etwas mehr als 55 Prozent. Im ersten Quartal 2006 ist der
Saldo der Beschäftigungsentwicklung nur bei EDV-Dienstleistern und -Vermietern sowie bei Architekten negativ.
In der Werbebranche ist im ersten Quartal 2006 der Saldo der Beschäftigungsentwicklung erstmals seit dem dritten
Quartal 2004 wieder positiv. Mehr als die Hälfte der Unternehmen dieser Branche hat im ersten Quartal 2006 einen
höheren Umsatz erzielt als im Vorquartal und etwa drei Viertel erwarten, dass ihr Umsatz im zweiten Quartal 2006 weiter
steigt. Im zweiten Quartal 2006 dürfte sich die positive Konjunktur laut den Erwartungen der befragten Werbeagenturen
deutlich positiv auf die Beschäftigung in der Werbebranche auswirken.
Von allen untersuchten Branchen ist der Anteil der Unternehmen, die damit rechnen, dass sie im zweiten Quartal 2006
Personal einstellen werden, in der Telekommunikationsbranche am höchsten. Obschon die Telekommunikationsdienstleister
im ersten Quartal 2006 nicht an das aus ihrer Sicht sehr positive Schlussquartal 2005 anknüpfen konnten, sind die
Erwartungen der Unternehmen dieser Branche für das zweite Quartal 2006 hinsichtlich der Umsatzentwicklung
optimistisch.
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Ihre Ansprechpartner beim ZEW
ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Frau Margit Vanberg
Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien L 7, 1
68161 Mannheim
Tel.: 06 21 / 12 35-351
Fax: 06 21 / 12 35-333
vanberg@zew.de
www.zew.de
Das ZEW wurde im Jahr 1991 in einer gemeinsamen Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, der
Landeskreditbank Baden-Württemberg und der Universität Mannheim gegründet. Die Forschungsausrichtung liegt im
einzelwirtschaftlichen Bereich, der Branchenanalyse und der Ökonometrie. Rund 80 Wissenschaftler sind am ZEW in den
Forschungsbereichen Internationale Finanzmärkte, Arbeitsmärkte, Industrieökonomik, Unternehmensbesteuerung und
Umweltökonomik tätig.
Die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt sich mit den Auswirkungen
moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Wirtschaft. Den Schwerpunkt der Analysen bilden dabei
industrie- und arbeitsmarktökonomische Fragestellungen.
Zur Systematik / Anmerkung zur Hochrechnung
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen
(jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit
gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den
Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100
annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal
hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.
Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung finden Sie hier:
ZEW-Dokumentation Nr. 03-09 (PDF)
Einen Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage finden Sie hier.
Allgemeine methodische Hinweise (PDF)
Angewandtes Hochrechnungsverfahren (PDF)
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